Es ist Sonntagabend, dein Hund liegt in seinem Körbchen und steht nicht auf, als du in die Küche gehst. Sonst ist er in derselben Sekunde da. Er frisst nicht, er jammert nicht, er liegt einfach nur. Und du stehst mit dem Handy in der Hand da und fragst dich, ob das bis Montag Zeit hat. Diese Frage ist schwer, weil Hunde Beschwerden lange verstecken – und weil die auffälligen Notfälle leichter zu erkennen sind als die leisen.
Wichtige Erkenntnisse
- Manche Anzeichen dulden keinen Aufschub: Atemnot, Krampfanfall, blasse Schleimhäute, starke Blutungen und fehlender Harnabsatz gehören sofort in tierärztliche Hände.
- Die leisen Zeichen werden am häufigsten übersehen: Rückzug, nächtliche Unruhe oder plötzliche Anhänglichkeit erkennen selbst erfahrene Halter oft nicht als Schmerz.
- Vitalwerte sind messbar: Atemfrequenz, Puls, Temperatur und die Farbe der Maulschleimhaut geben dir in wenigen Minuten eine Einschätzung.
- Trinkmenge ist ein starker Hinweisgeber: Dauerhaft mehr als 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht am Tag gilt in der Tiermedizin als auffällig.
- Im Zweifel anrufen kostet nichts: Eine telefonische Einschätzung ist immer besser als eine durchwachte Nacht mit Bauchgefühl.
- In Tirol gibt es einen organisierten Notdienst: Die Landesstelle Tirol der Tierärztekammer zeigt tagesaktuell, wer Dienst hat.
Dein Hund verhält sich anders und du weißt nicht, warum? Wenn medizinisch alles abgeklärt ist und trotzdem etwas nicht stimmt, frage ich deinen Hund selbst. info@donataebel.com oder +43 720 511899
Welche Anzeichen beim Hund sind ein echter Notfall?
Ein Notfall liegt vor, wenn Warten den Zustand verschlechtert. Die Universitätsklinik für Kleintiere der Vetmeduni Wien nennt dafür eine klare Liste: Atemnot, Krampfanfälle, Bewusstseinsverlust, plötzliche Lähmungen der Beine, blasse Schleimhäute, starke unstillbare Blutungen, Probleme beim Harnabsatz, Hitzschlag, Verbrennungen, Augenverletzungen, schwere Unfälle, verschluckte Fremdkörper oder giftige Substanzen sowie anhaltendes blutiges Erbrechen oder Durchfall.
Bei diesen Anzeichen wird nicht abgewartet und nicht recherchiert. Du fährst los – und rufst am besten auf dem Weg an, damit das Team in der Notfallambulanz die Untersuchung schon vorbereiten kann.
Zwei Bilder solltest du besonders kennen, weil sie im Alltag oft falsch gedeutet werden:
- Der aufgeblähte Bauch mit erfolglosem Würgen. Ein Hund, der unruhig hin und her läuft, stark speichelt und immer wieder erfolglos zu erbrechen versucht, kann eine Magendrehung haben. Das betrifft vor allem große Rassen mit tiefem Brustkorb und ist ein chirurgischer Notfall.
- Der Rüde, der nicht mehr pinkeln kann. Häufiges Pressen mit wenigen Tropfen oder gar nichts wirkt harmlos, ist es aber nicht. Die Tierklinik Hofheim formuliert es unmissverständlich: Gestörter oder fehlender Harnabsatz ist immer ein Notfall, weil sich der Harn in die Nieren zurückstaut.
Auch ein Krampfanfall gehört dazu, selbst wenn er nach kurzer Zeit von allein aufhört. Greif deinem Hund während des Anfalls nicht ins Maul, dunkle den Raum ab, sichere ihn vor Stürzen und filme wenn möglich den Ablauf mit dem Handy – das hilft der Tierärztin bei der Einordnung mehr als jede Beschreibung.
Dieser Beitrag ersetzt keinen Tierarztbesuch. Er hilft dir beim Einordnen, nicht beim Diagnostizieren. Wenn eines dieser Anzeichen auftritt, ist die richtige Reaktion immer der Anruf in einer Praxis oder Klinik.
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Wie erkennst du Schmerzen, bevor dein Hund lahmt?
Schmerz zeigt sich beim Hund lange bevor er hinkt – nur eben in Verhalten statt in Bewegung. Eine Studie der Universität Utrecht, im April 2026 in PLOS ONE veröffentlicht, hat genau das untersucht: Bei einem hinkenden Hund erkannten 97 Prozent der befragten Halter Schmerz als wahrscheinliche Ursache. Bei leisen Zeichen wie Anhänglichkeit und nächtlicher Unruhe waren es nur 53 Prozent.
Das Bemerkenswerte an dieser Untersuchung: Hundehalter schnitten bei den subtilen Signalen nicht besser ab als Menschen ohne Hund (55 Prozent). Erfahrung mit dem eigenen Tier hilft also erst dann, wenn man schon einmal eine schmerzhafte Erkrankung miterlebt hat. Befragt wurden 530 Halter und 117 Nicht-Halter.
Am seltensten wurden Gähnen, Nasenlecken und das sogenannte Air Sniffing – Schnüffeln in die Luft ohne Anlass – als mögliches Schmerzzeichen gewertet. Genau diese Signale stehen oft am Anfang.
Worauf du achten kannst:
- Wesensveränderung: Der gesellige Hund zieht sich zurück, der ruhige wird reizbar
- Nächtliche Unruhe: häufiges Umlegen, Hecheln oder Umherlaufen in der Nacht
- Plötzliche Anhänglichkeit: dein Hund folgt dir in jeden Raum, obwohl er das sonst nicht tut
- Zögerliches Aufstehen: die ersten Schritte nach dem Liegen sind steif, danach wird es besser
- Weniger Spiel: Interesse an Spielzeug oder anderen Hunden lässt nach
- Blinzeln und halb geschlossene Lider, oft zusammen mit angelegten Ohren
Aus meiner Arbeit: Wenn Halter zu mir kommen, weil ihr Hund „auf einmal anders ist“, ist auffällig oft körperliches Unwohlsein Teil des Bildes. Ich erlebe immer wieder, dass Hunde eine Stelle im Körper zeigen, an der etwas nicht stimmt – und ich schicke die Halter dann als Erstes zur Tierärztin, nicht in die nächste Sitzung. Tierkommunikation ersetzt keine Untersuchung. Sie kann aber Hinweise geben, wo genau man hinschauen sollte, und sie hilft dort, wo medizinisch nichts gefunden wird und trotzdem etwas nicht stimmt.
Warum Verhalten überhaupt eine Sprache ist und nicht nur eine Marotte, habe ich ausführlicher im Beitrag zu Tierverhalten verstehen und verbessern beschrieben.
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Dein Hund wurde bereits untersucht – und du weißt trotzdem nicht weiter?
Wenn der Befund unauffällig ist und dein Hund sich trotzdem verändert hat, höre ich hin, was er zu der Situation zu sagen hat. Ein Erstgespräch klärt in wenigen Minuten, ob das für euch passt. Schreib mir an info@donataebel.com oder ruf an unter +43 720 511899.
Was verraten dir Atmung, Puls und Schleimhäute?

Vier Werte kannst du zu Hause selbst prüfen, und sie sagen mehr aus als jede Internetsuche. Die Vetmeduni Wien gibt für den gesunden Hund folgende Bereiche an. Wichtig ist dabei nicht der einzelne Wert, sondern die deutliche Abweichung – und ob dein Hund vorher gerannt ist, aufgeregt war oder in der Sonne lag.
| Wert | Normalbereich beim gesunden Hund | So misst du |
|---|---|---|
| Atemfrequenz | 10–40 Atemzüge pro Minute | Atemzüge in 30 Sekunden zählen, mal 2 |
| Puls | große Hunde 80–100, kleine Hunde 100–120 Schläge/Minute | Zeige- und Mittelfinger an die Innenseite des Hinterbeins, Schläge in 15 Sekunden zählen, mal 4 |
| Innere Körpertemperatur | große Hunde 38–38,5 °C, kleine Hunde 38,5–39 °C | digitales Fieberthermometer schräg im After |
| Kapilläre Rückfüllzeit | bis zu 2 Sekunden | Oberlippe umstülpen, kurz auf die Schleimhaut drücken, Zeit bis zur Rosafärbung |
Zur Atemfrequenz gehört ein wichtiger Zusatz: Hecheln zählt nicht als erhöhte Atemfrequenz. Eine deutlich beschleunigte Atmung ohne vorangegangene körperliche Anstrengung dagegen gilt laut Vetmeduni ausdrücklich als Notfall.
Die Farbe der Maulschleimhaut lesen
Blassrosa oder pigmentiert ist der normale Befund. Weicht die Farbe ab, gibt sie eine Richtung vor:
- Blass – Hinweis auf Durchblutungsstörungen oder Blutarmut
- Gerötet – Hinweis auf Entzündung oder stärkere Durchblutung
- Gelb – Hinweis auf Ablagerungen von Gallenfarbstoffen
- Blau – Hinweis auf unzureichende Sauerstoffzufuhr
Eine verlängerte Rückfüllzeit deutet auf ein ernstes Kreislaufproblem hin. Prüfe immer an derselben Stelle, sonst vergleichst du unterschiedlich pigmentierte Bereiche miteinander.
Notiere dir die Werte deines Hundes einmal, wenn er gesund und entspannt ist. Dann hast du im Ernstfall einen persönlichen Vergleichswert und musst nicht raten, ob 34 Atemzüge für ihn viel sind.
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Welche Veränderungen bei Fressen, Trinken und Harnabsatz gehören abgeklärt?
Der Napf und die Gassirunde sind dein bestes Frühwarnsystem, weil sich dort Veränderungen zuerst zeigen. Auffällig ist alles, was neu ist und bleibt: eine plötzlich leergetrunkene Wasserschüssel, ausgelassene Mahlzeiten über mehr als einen Tag, Gewichtsverlust ohne Futterumstellung oder ein Hund, der beim Pinkeln presst und dabei kaum etwas herauskommt.
Beim Trinken gibt es eine belastbare Grenze. In der Tiermedizin spricht man von Polydipsie, wenn ein Hund dauerhaft mehr als 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag aufnimmt. Für einen 20-Kilo-Hund sind das mehr als zwei Liter täglich. Kommt vermehrtes Urinieren dazu, ist das ein tiermedizinisches Leitsymptom, hinter dem unter anderem Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, ein Cushing-Syndrom oder bei unkastrierten Hündinnen eine Gebärmuttervereiterung stehen können.
Praktisch messen kannst du das so: Fülle die Wasserschüssel morgens mit einer abgemessenen Menge, fülle über den Tag ebenfalls abgemessen nach und rechne am Abend zusammen. Ein paar Tage genügen für ein aussagekräftiges Bild – und die Zahl ist genau das, was die Tierärztin hören will.
Beim Fressen zählt der Gesamteindruck. Ein ansonsten munterer, normal trinkender erwachsener Hund, der eine Mahlzeit auslässt, ist meist kein Fall für den Notdienst. Anders sieht es aus, sobald Erbrechen, Durchfall, Apathie, Fieber oder Schmerzäußerungen dazukommen – und bei Welpen, sehr kleinen Rassen, Senioren und chronisch kranken Hunden, die Fresspausen deutlich schlechter wegstecken.
Beim Harnabsatz gilt keine Toleranz. Presst dein Hund wiederholt erfolglos, jault beim Versuch oder hat einen harten, gespannten Bauch, fährst du sofort los. Blut im Urin, Schmerzäußerungen und ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand gehören ebenfalls in dieselbe Kategorie.
Bei Katzen sehen die Warnsignale teilweise anders aus – die habe ich in einem eigenen Beitrag zu den Katzensymptomen, die einen Tierarztbesuch erfordern, zusammengestellt.
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Wo findest du nachts und am Wochenende schnell einen Tierarzt?

In Tirol ist der Notdienst organisiert und tagesaktuell abrufbar. Die Landesstelle Tirol der Österreichischen Tierärztekammer betreibt gemeinsam mit dem Land Tirol die Seite tierarzt-notdienst.tirol, auf der unter „Wer hat heute Notdienst?“ die diensthabende Praxis steht. Für Wochenenden und Feiertage gibt es dort eine zentrale Rufnummer, für Werktage im Raum Innsbruck eine eigene.
Für schwere Fälle sind die Kliniken der Vetmeduni Wien rund um die Uhr erreichbar, an 365 Tagen im Jahr: Kleintiere unter +43 1 25077-5555, Pferde unter +43 1 25077-5520, Nutztiere unter +43 1 25077-5232. Ruf vor der Fahrt an, damit das Team vorbereitet ist.
Zu den Kosten, damit sie dich nicht überrascht: Die Landesstelle Tirol weist für den Notdienst darauf hin, dass Bereitschafts- und Arbeitszeit außerhalb der regulären Zeiten mit einem zwei- bis vierfach erhöhten Tarif abgerechnet wird. Viele Praxen erwarten Barzahlung vor Ort, manche akzeptieren Karte.
In Deutschland ist die Regelung im Gesetz festgeschrieben. Nach § 4 der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT 2022) fällt im tierärztlichen Notdienst eine Notdienstgebühr von 50 Euro an – nachts zwischen 18 und 8 Uhr, am Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr sowie an gesetzlichen Feiertagen rund um die Uhr. Die Leistungen selbst werden dabei mindestens zum zweifachen und höchstens zum vierfachen Gebührensatz abgerechnet. Die Notdienstgebühr wird pro Angelegenheit nur einmal erhoben, auch wenn mehrere Tiere desselben Halters behandelt werden. Welche Praxis in deiner Region Dienst hat, erfährst du über die Tierärztekammer deines Bundeslandes; einige Länder haben inzwischen eine zentrale Notdienstnummer.
Ein Hinweis zum Giftnotruf: Die Vergiftungsinformationszentrale in Wien (01 406 43 43) und die Giftnotrufzentralen in Deutschland sind auf Menschen ausgerichtet. Bei Verdacht auf eine Vergiftung deines Hundes ist die Tierarztpraxis oder Tierklinik die richtige erste Adresse. Nimm die Verpackung oder einen Rest der vermuteten Substanz mit.
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Wie beobachtest du deinen Hund richtig – und wann kannst du abwarten?
Gute Beobachtung heißt: Du beschreibst, was du siehst, statt zu deuten, was es sein könnte. „Seit gestern Abend dreimal erbrochen, trinkt normal, keine Fresslust, Schleimhaut blassrosa, Temperatur 39,4″ ist eine Information. „Ihm geht es schlecht“ ist keine. Die folgende Einordnung hilft dir dabei, den Anruf zeitlich einzuordnen.
| Dringlichkeit | Anzeichen | Was du tust |
|---|---|---|
| Sofort losfahren | Atemnot, Krampfanfall, Bewusstseinsverlust, starke Blutung, blasse Schleimhäute, kein Harnabsatz, aufgeblähter Bauch mit erfolglosem Würgen, Verdacht auf Gift, Hitzschlag, schwerer Unfall | Anrufen und gleichzeitig losfahren |
| Heute noch anrufen | anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, Fressverweigerung mit Begleitsymptomen, deutlich verändertes Trinkverhalten, Lahmheit ohne Belastung, Apathie, Schmerzäußerungen | Praxis kontaktieren und Termin am selben Tag anfragen |
| Termin in den nächsten Tagen | Wesensveränderung ohne akute Symptome, zögerliches Aufstehen, nächtliche Unruhe, langsamer Gewichtsverlust, Mundgeruch, verändertes Sozialverhalten | Beobachtungen notieren und Termin vereinbaren |
| Beobachten | einmaliges Erbrechen bei ansonsten munterem Hund, eine ausgelassene Mahlzeit, kurzzeitige Unlust nach anstrengendem Tag | Vitalwerte prüfen, Verlauf über den Tag festhalten |
Führe bei allem, was länger dauert, ein kurzes Protokoll: Datum, Uhrzeit, was passiert ist, wie lange es gedauert hat. Video vom Gang, vom Husten, vom Krampf. Trinkmenge in Millilitern. Diese Notizen verkürzen die Diagnostik erheblich, weil die Tierärztin nicht auf Erinnerung angewiesen ist.
Und dann gibt es die Fälle, in denen alle Werte stimmen und der Hund trotzdem ein anderer ist. In meiner Arbeit begegnet mir das regelmäßig: ein Hund, der nach einem Umzug nicht mehr frisst, einer, der seit dem Tod des Zweithundes nachts wandert, einer, der plötzlich nicht mehr ins Auto will. Was ich dabei erlebe, ist keine Diagnose und ersetzt keine Untersuchung – aber es macht oft verständlich, warum ein Tier sich verändert hat, wenn körperlich nichts zu finden ist.
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Alles abgeklärt und dein Hund ist trotzdem nicht er selbst?
Wenn die Untersuchung unauffällig war und du das Gefühl nicht loswirst, dass etwas offen ist, sehe ich mir das gemeinsam mit deinem Hund an. Schreib mir an info@donataebel.com oder ruf an unter +43 720 511899.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Welche Anzeichen beim Hund sind immer ein Notfall?
Atemnot ohne vorangegangene Anstrengung, Krampfanfälle, Bewusstseinsverlust, plötzliche Lähmungen, blasse Schleimhäute, starke unstillbare Blutungen, fehlender oder gestörter Harnabsatz, Hitzschlag, Augenverletzungen, schwere Unfälle sowie der Verdacht auf verschluckte Fremdkörper oder Gift. Bei diesen Anzeichen wird nicht abgewartet, sondern sofort eine Praxis oder Klinik angefahren – am besten mit einem Anruf auf dem Weg, damit das Team vorbereiten kann.
Woran erkenne ich, dass mein Hund Schmerzen hat?
Deutliche Zeichen sind Lahmheit, Schonhaltung, Jaulen bei Berührung und Bewegungsunlust. Die leisen Zeichen werden häufiger übersehen: Rückzug oder Reizbarkeit, nächtliche Unruhe, plötzliche Anhänglichkeit, steifes Aufstehen nach dem Liegen, weniger Spiel, häufiges Blinzeln, Gähnen oder Nasenlecken ohne Anlass. Wenn dein Hund sich über mehrere Tage anders verhält als sonst und du keinen äußeren Grund findest, ist das ein Anlass für eine Untersuchung.
Wie viel darf mein Hund am Tag trinken?
Als auffällig gilt in der Tiermedizin eine dauerhafte Wasseraufnahme von mehr als 100 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Ein 10-Kilo-Hund, der regelmäßig mehr als einen Liter trinkt, sollte untersucht werden, ein 20-Kilo-Hund ab mehr als zwei Litern. Hitze, Sport und Trockenfutter erhöhen den Bedarf vorübergehend – entscheidend ist, ob die erhöhte Menge über mehrere Tage bleibt, besonders wenn dein Hund gleichzeitig häufiger uriniert.
Mein Hund frisst nicht – wie lange darf ich warten?
Bei einem ansonsten munteren erwachsenen Hund, der normal trinkt und sich normal verhält, ist eine ausgelassene Mahlzeit meist kein Grund für den Notdienst. Sobald Erbrechen, Durchfall, Apathie, Fieber oder Schmerzäußerungen dazukommen, gehört er noch am selben Tag untersucht. Welpen, sehr kleine Rassen, Senioren und chronisch kranke Hunde vertragen Fresspausen deutlich schlechter – bei ihnen solltest du früher tierärztlichen Rat einholen.
Was kostet der Tierarzt im Notdienst?
In Deutschland ist die Notdienstgebühr in § 4 der Gebührenordnung für Tierärzte geregelt und beträgt 50 Euro, jeweils nachts zwischen 18 und 8 Uhr, am Wochenende ab Freitag 18 Uhr und an gesetzlichen Feiertagen ganztags. Die Behandlung selbst wird dabei mit dem zwei- bis vierfachen Gebührensatz abgerechnet. In Österreich gibt es keine bundeseinheitliche Gebührenordnung; die Tiroler Tierärztekammer weist für den Notdienst ebenfalls auf einen zwei- bis vierfach erhöhten Tarif hin. Viele Praxen erwarten Zahlung direkt vor Ort.
Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.

Über die Autorin
Donata Ebel
Tierkommunikatorin in Innsbruck
Schon mit vier Jahren entdeckte ich, dass ich Tiere auf einer nonverbalen Ebene verstehen kann. Heute arbeite ich als Brücke zwischen Mensch und Tier: Ich nehme Gefühle, Bilder und Botschaften auf und übersetze sie für ihre Menschen – für Tierhalter ebenso wie für Tierheime, Bauernhöfe und Therapieeinrichtungen.
Mehr über meine Arbeit